Stellungnahme Gerätehaus Fügen

Montagmorgen, 02:50 Uhr, Pagersammelruf Brandmeldealarm Hotel, die Feuerwehr rückt aus. Am nächsten Tag, selbes Spiel, selbe Darsteller, die Feuerwehr rückt aus. Grund für die Auslösung? Man kennt ihn nicht. Jemand vor Ort, der uns die Türen öffnet und Interesse zeigt, dass in seinem Haus ein Brandmeldealarm ist? Wir wünschen es uns öfter, als es tatsächlicher der Fall ist.

Brandmeldealarme aufgrund von Weihrauch zur Weihnachtszeit, aufgrund von saisonalen Umbauarbeiten in den touristischen Betrieben, weil sich nur wenige die Mühe machen die Leitstelle zu informieren oder Alarme aufgrund von seit Tagen defekten Meldern, die sich dann mitten in der Nacht auch bemerkbar machen. Alles kein Problem die Feuerwehr rückt ja aus.

 

Die Feuerwehr Fügen rückt aus, seit Jahren zu immer mehr Fehl- und Täuschungsalarmen in den touristischen Betrieben in Fügen und Fügenberg. Ein hoher Prozentsatz unserer Einsätze und nahezu 100 % unserer Fehl- und Täuschungsalarme sind touristischer Natur. Wir bewegen uns bei fast 40 dieser Alarme pro Jahr, die uns von der Arbeit, unseren Familien oder aus unseren Betten holen.

Die Feuerwehr Fügen ist da für die durchschnittlich 20 Verkehrsregelungen, Absperrdienste und Brandsicherheitswachen pro Jahr, die von den Mitgliedern des TVB Vorderes Zillertal gerne und ausgiebig in Anspruch genommen werden.

Und das walnussgroße Wespennest der Therme, welches umgehend und unter allen Umständen sofort entfernt werden muss? Natürlich kommen wir vorbei.

Wir als Feuerwehr sind für alle da, für die 5.652 Einwohner der Gemeinden Fügen und Fügenberg und auch die 6.029 Gäste, die wir pro Nacht unterbringen können. Unsere Gäste können die 930.158 Nächte, die sie jedes Jahr bei uns verbringen, ruhig schlafen, weil wir da sind, genauso wie Polizei und Rettung.

Man würde denken der TVB als Vertreter der Tourismusbetriebe, könnte die nötige Wertschätzung aufbringen. Wie es scheint reicht es aber nur für das Gedankenspiel die FF Fügen mit ihrem Gerätehaus an den äußersten Rand des Dorfes zu verschieben oder mit den Nachbargemeinden zusammenzulegen.

Was wohl unsere Gäste, die wir in 364 Beherbergungsbetrieben unterbringen können, zu einer Ausrückzeit von 30 – 60 Minuten sagen werden? Nicht selten werden wir zu medizinischen Notfällen in einem Hotel gerufen, bei denen es schnell gehen muss, oder zumindest sollte.

 

Wenn es jedem unserer Mitbürger der beiden Gemeinden bewusst ist, dass die Verkehrssituation in unseren Dörfern, milde ausgesprochen, sehr zäh ist, dann sollte das der Vorstand des TVB durchaus auch mitbekommen haben. Ansonsten laden wir gerne zu einer Rundfahrt mit dem Privatauto vom Kreisverkehr bei der Pankrazbergstraße zur Tenne an einem normalen Werktag vormittags ein. Noch besser fließt der Verkehr an Samstagen.

Weiters wäre auch interessant zu wissen, ob Pankrazberg und Hochfügen nicht zum Fügenberg zählen? Warum sonst ist der Fügenberg von der Tenne sehr viel besser erreichbar als vom zentralen Standpunkt beim Kreisverkehr?

 

Bezüglich der Zusammenlegung mit der Nachbarfeuerwehr Uderns, die natürlich keinesfalls in Frage kommt, denken wir doch, dass die Gemeinde Uderns auch ohne die Hilfe unseres allwissenden TVBs ein Gerätehaus zu Wege bringt. Das hat bis jetzt auch sehr gut funktioniert.

Ebenfalls kann der TVB darauf vertrauen, dass wir einen strategisch guten von einem strategisch schlechten Standort unterscheiden können. Dazu muss man kein Vorstand sein, das geht auch mit Hausverstand.

 

Für uns zeigt die letzte Sitzung des TVB Vorderes Zillertal mit Ablehnung (oder Meinungslosigkeit) bezüglich des Grundstücks für das Gerätehaus, dass Geld mehr Wert ist als Sicherheit. Wenn von der Feuerwehr (und anderen Blaulichtorganisationen) gesprochen wird, als wären sie ein geduldetes Übel, dann läuft etwas gewaltig schief. Auch die Stellungnahmen gegenüber der Öffentlichkeit zeugen nicht von großer Wertschätzung. Aber mit einem weiteren Hotel in unserer Gemeinde ist der öffentlichen Sicherheit auf jeden Fall gedient, Hotelbetten können ja bekanntlich Brände löschen und Unfallopfer retten.

 

Die Feuerwehr Fügen als gemeinnützige Organisation ist nicht dazu geeignet, um Machtspiele zwischen Gemeinde und TVB auszutragen oder herauszufinden, wer am längeren Hebel sitzt.

 

 

PS: In den Gemeinden Fügen und Fügenberg gibt es natürlich auch Vorzeigebetriebe, in denen der Brandschutz ernstgenommen und sich um die Sicherheit der Gäste gesorgt wird.

 

Ursprünglicher Beitrag der Tiroler Tageszeitung zum Thema

 

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